Herzlich Willkommen!!

Hallo liebe Interessierte,

wir sind eine Gruppe von politisch engagierten, jungen Menschen, die nichts geringeres zum Ziel haben, als die Welt zu einem schönerem Ort für alle Lebewesen zu machen, das heißt sozial gerechter und ökologisch gesünder für Mensch und Natur. Das wollen wir mittels verschiedener politischer Aktionen erreichen.


Die AKTUELLSTEN Infos über unsere Aktionen befinden sich auf der Terminseite.

Die Aktionsformen reichen von der Organisation des Bildungssteikes 2009, Anti-Nazi-Blockaden, Anti-Castoraktionen wie schottern u.v.m.

Bei den oben genannten Themenfeldern „Antifa“, „Ökologie“ usw. könnt ihr interessante Artikel zu verschiedenen politischen Themen lesen, wie die Castorptoteste im Wendland etc.

Also, viel Spaß auf unserer Seite wünscht euch die Linke Aktionsgruppe Eberswalde!
Aus Wut wird Mut! Auf in vielfältige, bunte und heiße Aktionen!
soliparty

Atompolitik und die Grünen
oder
Warum es sich auch dieses Jahr wieder lohnt gegen den Castortransport zu protestieren

Fakten:
Nach Fukushima wurden 8 Pannenmeiler stillgelegt, aber es werden 9 weiterbetrieben bis 2022. Das bedeutet für uns weiterhin ein strahlendes Hochrisiko, denn selbst abgeschaltete Reaktoren bleiben weiterhin über Jahrzehnte hoch gefährlich und bis 2022 fallen weiter Unmegen an Atommüll an. Außerdem ist eine politische Kehrtwende nach den nächsten Bundestagswahlen jederzeit möglich. Hinzu kommt die weiterhin ungelöste „End“-Lagerproblematik, denn der ungeeignete Salzstock in Gorleben soll weiter erkundet werden.
Auch die Konzerne profitieren reichlich durch die aktuelle Regierungspolitik, denn durch die Förderungserhöhung für milliardenteure Offshore-Windparks wird die Macht der vier großen Energiekonzerne ( E.ON, RWE, EnBeW, Vattenfall) gegenüber dezentraler und kommunaler Stromproduktion gestärkt. Auch die Urananreicherungsanlage in Gronau wird nicht nur weiterbetrieben, sondern auch die Kernforschung und der Atomtechnologietransport wird erweitert, inklusive der polit-ökonomischen Absicherung durch Hermesbürgschaften der Regierung (z.B. AKW Angra III Brasilien). Somit sind die Gewinne der Konzerne und die Zentralisierung der Energie für die nächsten Jahre gesichert.

Diese herrschaftssichernde Strategie der Regierung gegenüber der sich verbreitenden und vielfältig agierenden Bewegung erfolgte nach einem bewährtem Muster: Neben der Kriminalisierung des aktiven militanten Teils der Anti-AKW Bewegung erfolgte nach Fukushima mittels medial inszenierter Betroffenheit der politischen Kaste, die politischen Kehrtwende und durch Teilstilllegungen, die Restabilisierung einer durch Vertrauensschwund leicht angekratzten Staatsführung. Das wurde zum Preis eines Moratoriums und der bekannten Abschaltungen erreicht.

Schon vor Jahrzehnten begann der Prozess, der die „alternative“ ökologische Bewegung in die Gesellschaft integrierte und zu dem wesentlichen Bestandteil eines „verbesserten-moralisch-ökologischen“ Kapitalismus wurde, auch grüner Kapitalismus genannt.
Das kapitalistische System erweist sich einmal mehr als geschmeidig und flexibel, denn die Reintegration und Aufwertung abweichender und politisch oppositioneller Teile ist altbewährt sowie konfliktärmer als die Kriminalisierung und polizeiliche Zerschlagung Unbeugsamer. Was nicht bedeutet, das nicht auch diese Mittel genutzt werden würden, um sich Kritiker_innen zu entledigen.

Der „Ausstiegsbeschluss im nationalen Konsens“ (ak563) zeigte sofort Wirkung. Obwohl in Deutschland sowie weltweit atomare Anlagen weiterbetrieben werden, der tägliche Uranabbau ganze Landstriche verseucht, die unklärbare „End“-Lagerungsfrage und der militärischen Verzahnung, ließ der Protest sofort nach. Auch die Fahnen der Grünen waren schlagartig kaum noch bei Demonstrationen zu sehen.
Denn ein weiteres wirksames Mittel in der Reintegration politisch unliebsamer Strömungen stellt das Verhältnis zwischen sozialer Bewegung und Parteien dar. Wieder einmal brillierten die Grünen in der aktuellen Auseinandersetzung in ihrer Paraderolle der „Spaltung und Reabsorption“ gegenüber der Anti-Atom Bewegung. Obwohl spätestens seit dem faulen Ausstiegskompromiss unter Rot/Grün von 2001 dem/der naivsten und gutgläubigsten AKW-Gegner_in klar sein müsste, mit welcher Skrupellosigkeit grüne Spitzenpolitiker_innen bereit sind, im entscheidenden Augenblick mit Atombetreibern und ihren Lobbyist_innen zu kooperieren, gelang es der Partei, sich nach außen wieder das Image astreiner Atomkraftgegnerschaft zu geben.

Außerdem erfüllen sie eine für das kapitalistische System wichtige Filterfunktion in Bezug auf soziale Bewegungen. Im Prozess der Partizipation an der Macht werden verwertbare systemkritische Ansätze aufgegriffen und integriert. Aber Herrschaftsstrukturen generell in Frage stellende, emanzipativ „zu weit gehende“ Anteile werden diskriminiert und abgespalten. Auf „diesen“ Rest der Bewegung können die Grünen dann im Zweifel „gut verzichten“, wie selbst Claudia Roth klar sagte.
Aus diesen Gründen war es wichtig, auch auf der Ebene der Aktionsformen die Normen staatlicher Legalität zu überschreiten, denn die Umsetzung selbstbewussten, menschlich-verantwortlichen Denkens findet somit ihre Entsprechung im konkreten Handeln. Castor schottern und blockieren gehören somit zu den besten Ausdrucksformen des Protests.

Die Problematik mit den Grünen zeigt auch, worum es eigentlich geht. Geht es nur um die Abschaltung der Atomanlagen oder auch um das Infragestellen gesellschaftlicher Machtstrukturen? Ist es wirkliche besser, wenn der deutsche Panzer am Hindukusch oder sonst wo die Kapitalinteressen verteidigt und dabei Biosprit benutzt? Ist es egal, ob die Energiesparlampe in Asien durch Billigarbeiter unter übelsten Bedingungen produziert wird?
Wohl kaum. Es geht eben nicht nur um die ökologische Befriedigung einer reinen eurozentristischen Konsum-Mentalität, sondern es geht um die Verfügungsgewalt, um Produktionsbedingungen und um Herrschaftsbedingungen. Es geht also nicht um prokapitalistische Öko-Kosmetik, sondern um eine radikal politische Ökologie im emanzipativen Sinne.
Nur radikale Kapitalismuskritik gepaart mit aktuell politischen Forderungen können eine nachhaltige Bewusstwerdung der Menschen und somit einen wirklichen Wandel der gesellschaftlichen Verhältnisse bewirken.

Quelle:
http://www.gorleben-castor.de/index.php?cont=4_6